Be(rlin) A Hipster!

[Den folgenden Beitrag habe ich bereits im November geschrieben. In der Zwischenzeit ist viel passiert in Berlin. Zu viel. Einen widerwärtigen Anschlag und eine funkelnde Fashion Week später ist mein persönlicher Blick auf Berlin nun bereit, von Euch gelesen zu werden. Die im Text enthaltene Werbung … ist keine Werbung. Ich habe nichts dafür bekommen und es steckt keine Kooperation dahinter. So wie ich einer guten Freundin meine Lieblingsslipeinlage empfehlen würde, empfehle ich Euch: Berlin.]

368 Meter. So hoch ist der Fernsehturm am Alexanderplatz in Berlin. Der Florianturm hier in Dortmund ist weniger als halb so groß und wirkt auf mich schon gewaltig. Rund 3,5 Millionen Menschen leben in der Hauptstadt. Ich nicht. Aber ich komme immer wieder gern hierher zurück und ergänze mein Wissen in Hipster-City.

Nachdem ich im Sommer mein Berlin-Hipster-Starter-Kit bereits mit Hornbrillen, Jutebeuteln und Oberlippenbärten bestückt habe, kommen nach meinem Besuch im Winter nun ein paar hochgekrempelte ’90s Mom Jeans und wild gemusterte Söckchen dazu. Schließlich ist es kalt geworden und auch im Winter soll der Fashion Style von Hipstern nicht von sinkenden Temperaturen beeinträchtigt werden. Kombinationen von Vintage und Secondhand Kleidung mit teuren Markenlabels prägen das individuell gleiche Bild.   🙂
Da Hipster in Großstädten wie Berlin weit verbreitet sind, lerne ich nach weniger als zwei Stunden in der Stadt einen sympathischen Hipster-Herren mit Dutt kennen. Star-Stylist Dominic Keller. Der angesagte Beauty Experte hat in Berlin Mitte die erste Blow Dry Bar eröffnet und ich habe mir bereits von zu Hause aus einen Termin im „dodo’s“ gesichert. Hier wird auf Highend-Niveau gestylt, geföhnt und geschminkt, was das Zeug hält. Ich liebe es, mich auf Reisen frisieren zu lassen und im Hotelzimmer nicht viel Zeit mit Haarstyling verbringen zu müssen. Da Dominic unter anderem schon die Haare von Lena Meyer Landrut, Bonnie Strange und Lifestyle-Bloggerin Caro Daur frisiert hat, ist man in seinem Team in guten Händen. Der Stylingbar Trend ist in New York, L.A. und London bereits lange en vogue. Verwendet werden hier in der Rosenthaler Straße Produkte der Haarpflegeserie Balmain Paris.

Rosenthaler Strasse 66, Berlin

In meinem Fall war es das „Volume Shampoo“ und der „Moisturizing Conditioner“ in den Spitzen. Für das anschließende Styling wurde das „Texturizing Volume Spray“ Scheitel für Scheitel direkt auf die Ansätze gesprüht. Eine professionell ausgewählte Kombination für meine Haarstruktur, da mein Haarfeind „Frizz“ so außer Gefecht gesetzt wurde und ich meine Haare trotzdem erst einen Tag später als gewohnt waschen musste. Wertvolle Lebenszeit gewonnen … YEAH. Das ist nebenbei bemerkt auch der Grund, warum ich Trockenshampoo so sehr liebe.

Bei einem Cappuchino (für den Mann: Slim Tonic) genoss ich also meinen Blow Dry und bestaunte nach ca. 45 Minuten happy das voluminös wellige Ergebnis im Spiegel. Für 36 €. In diesem Moment stand fest: ich werde wieder kommen. Spätestens im Sommer. Und als Produkt-Opfer und Shampoo-Freak habe ich das dodo-Shampoo direkt am nächsten Morgen beim Hotelfrühstück bestellt.
Die Wahl meines Hotels ist anti-hipstermäßig in Berlin übrigens immer gleich: Motel One. Ich bin ein Gewohnheitstier und hier weiß ich, was mich erwartet. Allein in Berlin befinden sich 8, weltweit bereits 53 Hotels. Drei davon habe ich bereits in Berlin selbst getestet: Berlin-Ku’Damm, Berlin-Mitte, Berlin-Hackescher Markt und auch in Hamburg und München war ich dort zu Gast. In jedem der Hotels findet man die typischen Herzbonbons, die für mich immer ein bisschen nach Kindheit schmecken. Fun Fact (Wort bei Anna Frost geklaut): Im letzten Jahr wurden bei Motel One ganze 3.657.150 Stück davon vernascht. Ein paar davon auch von mir.

Das von Braun- und Türkistönen geprägte Design der Zimmer und der Lounge spricht mich optisch an und das Frühstücksbuffett bietet viele regionale und Bio-Produkte. Übrigens schreibe ich das nicht, weil ich dafür eine Ladung Herzbonbons bekommen habe, sondern weil ich wirklich begeistert bin, denn das kostenlos angebotene WLAN hält tatsächlich, was es verspricht und das Personal ist kompetent und freundlich. Im Bad steht Organic Lindenflower Handseife, die für meine Nase ganz fantastisch duftet und die am Tag der Abreise noch in meinen Produkt-Opfer-Hipster-Jutebeutel wandern durfte. Für 5,90 € käuflich erworben versteht sich.
Alle Motel One Häuser sind Nichtraucherhotels. Bei Nichteinhaltung werden 50 € für die Reinigung des Zimmers fällig. Das verstehe ich … und doch wieder nicht – DENN: wer nur einmal das bereits erwähnte Trockenshampoo in einem Hotelzimmer versprüht hat, muss doch große Sorge haben, daß hier für den schönen Nebeneffekt einer Loipe im Bad mindestens das Dreifache an Reinigungsgebühr in Rechnung gestellt wird. Die Übernachtung kostet übrigens nur unwesentlich mehr als die Raucher-Reinigung, nämlich rund 70 €.
Zurück im knapp 600 Tausend Einwohner Dorf Dortmund freue ich mich schon jetzt auf meinen nächsten Trip nach Berlin. Vielleicht im Hipster-Style zur Fashion Week. Dafür würde ich mir sogar wieder einen Blow Dry verpassen lassen. Und das Trockenshampoo lass ich dann zu Hause.

Knorke!

Eure Steffi

 

Steffi

10 Comments

  1. Ach Steffi, das hast du so schön geschrieben, dass ich Lust auf Berlin habe. Aber nur ein bisschen Sightseeing und Shoppen…..Ansonsten bin ich nämlich ganz das Kleinstadtmädel. Das Motel One muss ich unbedingt mal ausprobieren. Nur der Friseur reizt mich leider gar nicht.🙈 Ich hasse es, dort zu sitzen und am Kopf lass ich mir auch nicht rumfummeln. Aber der Rest klingt verlockend!! Ich freu mich auf deinen nächsten Beitrag. Liebe Grüße von Irene

  2. Ich liebe die Motel One Hotels auch und auch ich habe einige dieser Herzzuckerl gespeist 😉 sie schmecken übrigens wie „Gletschereis“ aus meiner Kindheit. Hab ein schönes Wochenende.

    Xx martina

    • Liebe Martina …
      „Gletschereis“ ist der Name, der mir die ganze Zeit nicht eingefallen war. Danke. 🙂
      Schön, daß Du hier bist.
      Liebe Grüße.
      Steffi

  3. Produkt Opfer? 😀
    Sehr charmante Umschreibung ★☆★
    Und ich kann es mir wirklich vorstellen, wie bei der Auswahl des entsprechenden Opfers Dein Gesichtsausdruck ist…. „ja ist denn heute sxhon Weihnachten…?“

  4. Liebe Steffi,
    Schön geschrieben. ✏
    Da bekomm ich Lust mir Berlin auch mal anzuschauen und mir einen Blow Dry zu gönnen.
    👱
    Immer wieder schön Deine Texte zu lesen.
    LG Petra

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